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Handlungsmöglichkeiten bei Diskriminierung oder Belästigung am Arbeitsplatz

Im Falle von Diskriminierung und Belästigung am Arbeitsplatz gibt es eine Vielzahl von Handlungsschritten, von der direkten verbalen Reaktion über die offizielle Beschwerde bis hin zu arbeits- oder strafrechtlichen Schritten.

 
Sich informieren und Unterstützung suchen

Wenn Sie nicht wissen, wie Sie reagieren sollen, kann es sinnvoll sein, sich zuerst einmal über alle Handlungsmöglichkeiten zu informieren. Dabei helfen können

  • betriebliche Ansprechpartner und – partner_innen wie Frauenbeauftragte und Betriebs- oder Personalrat (sie müssen das Gehörte auf Wunsch vertraulich behandeln)
  • Gewerkschaftsangehörige   
  • die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Beratungsstellen.

 
Verbündete suchen

Um die eigene Position zu stärken, kann es wichtig sein, herauszufinden, wer in der konkreten Situation in der Gruppe oder im Betrieb Verbündete sein können und diese um Unterstützung zu bitten. Verbündete können

  • andere Betroffene (Lesben, Schwule oder Trans*Menschen, andere Opfer von Mobbing oder sexueller Belästigung)
  • lesben-, schwulen-, oder trans*freundliche Kolleg_innen oder
  • Menschen sein, die das Verhalten des oder der Diskriminierenden nicht billigen, aber nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen.


Aktiv werden gegen Diskriminierung

Defensive Strategien wie das Überhören von Bemerkungen oder der Rückzug aus bestimmten Situationen ermutigen Täter_innen von Diskriminierung und sexueller Belästigung in vielen Fällen, mit ihrem Verhalten fortzufahren. Zudem können sie sich später darauf berufen, nicht gewusst zu haben, dass der/ die Diskriminierte sich in ihrer/ seiner Würde verletzt gefühlt hat.

Als erfolgreicher haben sich in der Regel folgende Strategien erwiesen:

  • die Person zur Rede zu stellen und sich die Diskriminierung oder Belästigung zu verbitten. Dies kann mündlich oder schriftlich und in Gegenwart von Zeug_innen geschehen.
  • anzukündigen, dass weitere Personen über die Tat informiert werden
  • anzudrohen, sich bei Vorgesetzten zu beschweren und dies wenn notwendig auch zu tun
  • Rechtliche Schritte anzukündigen bzw. zu gehen

 
Beweise sichern

Täter_innen planen Diskriminierungs- und Gewaltsituationen in der Regel so, dass sie keine Konsequenzen zu befürchten haben. Deshalb sind Täter_innen und Betroffene häufig allein, es gibt keine direkten Zeug_innen. Andere Möglichkeiten, um eine Diskriminierungs- und Gewaltsituation glaubhaft zu machen, sind

  • schriftliche Aufzeichnungen über den Tathergang mit Datum, Uhrzeit, Ort und beteiligten Personen
  • Zeugen und Zeuginnen vom „Hörensagen”, denen von einer Diskriminierungs- und Gewaltsituation erzählt wurde, benennen
  • eidesstattliche Erklärungen bei einer Anwältin/ einem Anwalt abgeben