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Gewalt in der Partnerschaft

Auch Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Menschen erleben Gewalt in ihrer Partnerschaft oder durch einen/ eine Ex-Partner_in.

Gewalt in der Partnerschaft umfasst viele unterschiedliche Situationen und Erfahrungen.
Dazu gehören zum Beispiel:

  • Abwertungen, Demütigungen und Beschimpfungen
  • eine Kontrolle aller Lebensbereiche des Partners oder der Partner_in
  • die Zerstörung von Eigentum oder die Drohung dies zu tun
  • die Drohung mit Zwangsouting gegenüber dem Arbeitgeber
  • die Drohung mit Selbstverletzung und Selbstmord
  • alle Formen von körperlicher Gewalt
  • alle Formen von Zwang oder Gewalt in der Sexualität
  • Stalking (Psychoterror/ Belästigung) und einer Partnerschaft

In den meisten Fällen geht es um Kontrolle und Macht, die ein Partner oder eine Partner_in versucht über den anderen zu bekommen oder aufrecht zu erhalten.

Manchmal üben beide Partner_innen einander gegenüber Gewalt aus. „Er oder sie hat mich provoziert…” kann jedoch auch eine Rechtfertigung des oder der  misshandelnden Partner_in sein.

Häufig lässt sich eine Gewaltspirale feststellen. Nach Phasen, in denen eine Eskalation der Gewalt stattfindet (ob verbal oder körperlich), folgt eine Entschuldigung des oder der Gewaltausübenden und eine Phase der Versöhnung und Entspannung, bevor eine neue Phase der Eskalation beginnt.

Für Betroffene ist es in diesem Gewaltkreislauf häufig schwer, das Bild des/ der Partner_in, in die sie sich verliebt haben, mit dem/ der Partner_in, der/ die verbale, psychische oder körperliche Gewalt ausübt, in Übereinstimmung zu bringen.
Dies macht es in den meisten Fällen schwer, sich aus einer gewalttätigen Beziehung zu lösen. Dazu kommen Gefühle von Entwertung und Scham. Daneben ist es für viele schwule Männer schwer, sich selbst als Opfer von Gewalt zu sehen, während die Täterschaft von Frauen in einer lesbischen Beziehung häufig auch vom Umfeld nicht so ernst genommen wird.

Schwule Überfalltelefone und Beratungsstellen für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Menschen stehen zur Verfügung, um über Gewalt in der Partnerschaft zu sprechen und helfen bei der Suche nach Veränderungsmöglichkeiten.

Darüber hinaus, bietet das Gewaltschutzgesetz seit 2002 erweiterte rechtliche Möglichkeiten, um sich gegen Gewalt durch den oder die Partner_in zur Wehr zu setzen, auch wenn keine eingetragene Partnerschaft besteht oder die (Ex-) Partner_innen nicht (mehr) zusammen leben.