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Mehrdimensionalität/ Mehrfachdiskriminierung

Wenn ein Mensch nicht aufgrund eines Merkmales, sondern aufgrund mehrerer persönlicher Merkmale Diskriminierung oder Gewalt erfährt, so ist von mehrdimensionaler oder mehrfacher Diskriminierung die Rede. Selten addieren sich dabei Diskriminierungsmerkmale, sondern sie verschränken sich in ihrer Wirkung oder werden in unterschiedlichen sozialen Gruppen wirksam. Da jeder Mensch ein Alter, ein Geschlecht, eine sexuelle Identität, eine Hautfarbe hat, ist mehrdimensionale Diskriminierung eher die Regel als die Ausnahme.
 

Beispiele für mehrdimensionale/ mehrfache Diskriminierung sind:

  • ein Jugendlicher, der typisch männlichen Vorstellungen widerspricht wird als „Schwuchtel“ beschimpft - einem Mann, der als schwul geoutet ist, wird „unmännliches“ Verhalten unterstellt. In beiden Fällen erfolgt die Diskriminierung aufgrund einer Verschränkung in der Wahrnehmung von sexueller Identität und männlicher Geschlechtsrolle.
  • eine ältere Lesbe, die mit ihrer Partnerin in der Öffentlichkeit „Händchen“ hält, wird eventuell aufgrund ihres Alters, ihres Geschlechts und/ oder ihrer sexuellen Identität mit missbilligenden Blicken bedacht.
  • einer behinderten Lesbe, wird selbstverständlich unterstellt, dass sie keine Sexualität lebe. Hier bündeln sich die Einstellungen gegenüber „weiblicher“, lesbischer und behinderter Sexualität.
  • Eine Trans*Frau of Colour wird von einem Türsteher nicht ins Lokal gelassen. Sie weiß nicht, ob dies aufgrund ihrer Geschlechtsidentität (entspricht nicht dem Bild einer typischen Frau) oder aufgrund ihrer Hautfarbe (Rassismus) geschieht.
     
     
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