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Schwule

In den Medien scheint in den letzten Jahren Schwulsein schon fast alltäglich geworden zu sein. Gleichzeitig ist „Schwule Sau“ immer noch eines der häufigsten Schimpfwörter auf deutschen Schulhöfen.

Vorurteile über Schwule sind eng mit Vorstellungen darüber verbunden, wie ein idealtypischer „Mann“ aussehen und sich verhalten soll. In der Logik des Vorurteils wird „schwul“ und „männlich“ sein dabei als Gegensatz wahrgenommen. Das Klischee geht davon aus, dass schwule Männern an einem besonders femininen Aussehen und Auftreten zu erkennen seien. Diejenigen, die in den Augen der Gesellschaft tatsächlich einem klassischen Männerbild widersprechen, werden abgewertet und lächerlich gemacht bzw. erfahren Diskriminierung und Gewalt. In diesem Umgang spiegelt sich auch eine starke gesellschaftliche Abwertung gegenüber Frauen und der weiblichen Geschlechtsrolle wieder.

Starke Vorurteile sind insbesondere in der männlichen Bevölkerung auch immer noch mit den Sexualpraktiken von schwulen Männern verbunden. Aggressionen richten sich dabei vor allem gegen den Partner, der sich laut Vorurteil „unmännlich“ verhält, weil er sich von einem anderen Mann penetrieren lässt. Wo Vorurteile bestehen, werden schwule Männer häufig ausschließlich auf ihre Sexualität reduziert, während der Aspekt von Liebe und Partnerschaft vernachlässigt wird. Außerdem hält sich hartnäckig das Vorurteil, dass Pädokriminalität („Pädophilie“) unter schwulen Männern weiter verbreitet sei als unter Heterosexuellen. Außer Acht gelassen wird dabei, dass bei Pädokriminalität nicht die gleichgeschlechtliche Sexualität, sondern der Machtmissbrauch gegenüber Kindern und Jugendlichen im Vordergrund steht. Dies äußert sich auch darin, dass viele der männlichen Täter, die sexualisierte Gewalt gegenüber Jungen ausüben, ein heterosexuelles Leben führen.

In der öffentlichen Wahrnehmung werden als Gewalt gegenüber schwulen und bisexuellen Jugendlichen und Männern vor allem körperliche Angriffe in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Am häufigsten sind jedoch alle Formen von verbalen Übergriffen. Nicht selten vermeiden schwule Jugendliche oder Erwachsene als homosexuell wahrgenommen zu werden, um bedrohlichen Situationen in der Öffentlichkeit, Ausgrenzung in der Schule und am Arbeitsplatz oder Anfeindungen in der Familie oder Nachbarschaft aus dem Weg zu gehen.