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…mit Angst vor Diskriminierung und Gewalt

  • Susanne, die als Erzieherin in einer Kindertagesstätte arbeitet, vermeidet alle Hinweise auf ihr Privatleben, weil sie im Falle eines Outings Misstrauen und negative Reaktionen von Seiten der Eltern befürchtet.
  • Frank und Bernd lassen sich immer los, bevor sie um die Ecke vor dem Kiosk biegen. Sie befürchten von den Jugendlichen, die dort herumhängen, angepöbelt oder aggressiv angegangen zu werden.
  • Niemand in der Klasse von Jannik weiß, dass er seit einem Jahr regelmäßig ins lesbisch-schwule Jugendzentrum geht und auch schon eine kurze Beziehung mit einem anderen Jungen hatte. Jannik nimmt sich schon länger vor Klartext zu reden,  fürchtet sich aber vor den negativen Reaktionen der Klassenkameraden.
  • Mara ist sich immer unschlüssig darüber, wie sie reagieren soll, wenn in bestimmten Situationen z.B. auf dem Betriebsfest zu später Stunde plötzlich Tunten- oder Transenwitze erzählt werden. Außer ihrem Chef weiß niemand, dass sie früher als Mann gelebt hat.

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…Diskriminierung am Arbeitsplatz

  • Chris, der sich in einer Bäckerlehre befindet,  muss sich nach dem unfreiwilligen Outing durch andere Azubis regelmäßig von seinem Chef anhören „Ihr Schwulen könnt doch gar nichts“. Einige Zeit später wird ihm aus betrieblichen Gründen der Ausbildungsvertrag gekündigt.
  • Der Arbeitgeber einer Führungskraft im öffentlichen Dienst erhält ein anonymes Schreiben, in dem diese als Transfrau geoutet und dies problematisiert wird. Der Absender droht, diese Tatsache überall publik zu machen. Es stellt sich heraus, dass es sich um einen direkten Konkurrenten der Betroffenen handelt.
  • Eva spürt, dass sich ihr gegenüber etwas am Arbeitsplatz verändert hat. Wenn sie das Raucherzimmer betritt, verstummen die Gespräche. Die morgendliche Teerunde findet jetzt bei einer anderen Kollegin statt und ist manchmal beendet, wenn sie dazu stoßen will. Als sie sich einmal unbemerkt an einem Arbeitsplatz im Großraumbüro niederlässt, hört sie auf der anderen Seite, wie über sie gesprochen wird und der Begriff „Kampflesbe“ fällt. Sie vermutet, dass ein Kollege, den sie mit ihrer Freundin zusammen getroffen hat, Stimmung in der Firma gegen sie macht.
  • Michael wird nach dem Bekanntwerden seiner sexuellen Identität am Arbeitsplatz von Kollegen und Vorgesetzten massiv sexuell belästigt: „Hier hast Du Reinigungsmittel für deinen schmutzigen Arsch“, „Wir bauen Dir einen Sexshop, da kannst Du Dich immer durchficken lassen“ und ähnliche Sprüche hört er mehrmals täglich, bis er sich irgendwann krankschreiben lässt.
  • Der direkte Vorgesetzte eines Soldaten sagt zu diesem vor den versammelten Kameraden, dass er "Schwule hobbymäßig aufs Maul haut".  In einem Wortwechsel mit dem Betroffenen Klienten erklärt der Vorgesetzte weiterhin, dass ihm anderslautende Vorschriften des Soldatengesetzbuches egal seien. Es werden zwar disziplinarische Schritte gegen den „Täter“ eingeleitet, der Betroffene ist jedoch aufgrund des Vorfalls langfristig dienstunfähig.

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…mit verbaler und psychischer Gewalt

  • Lisa wird als Transfrau von einer im Haus wohnenden Neonazi-Familie täglich als „Arschficker“ und „Schwule Sau“ beschimpft und soll mit Gewalt und Mordandrohungen aus dem Haus getrieben werden, wie bereits eine Familie afrikanischer Herkunft vor ihr.
  • Nach einigem Hin und Her outet Jan sich und seine Reisegruppe gegenüber seinem interessierten Sitznachbar im Zug als Schwule und Lesben. Dieser wird daraufhin ausfällig und spricht in extremer Weise über Schwule und „widerliches Arschficken“, „rühren in der Scheiße, „immer ins kleinste Loch“ bis sich andere Reisende beschweren, dass er so laut sei.
  • Annette und Vera werden von Kindern und Jugendlichen aus der Nachbarschaft mit Klingelputz, Schmierereien am Briefkasten sowie Wurfgeschossen gegen die Scheiben terrorisiert.
  • Jasmin, eine Transfrau, die sich im Alltagstest befindet, wird jedes Mal, wenn sie an einem Kiosk vor ihrer Haustür vorbeigeht, imitiert, angepöbelt und bedroht.
  • Elena ist seit kurzem Besitzerin einer Eigentumswohnung. Bei einer Eigentümerversammlung, an der sie nicht teilnehmen kann, ziehen Hausverwaltung und einige Nachbarn über sie her. So behauptet eine Nachbarin sie sei öfters beim Sex zu hören, obwohl Elena derzeit solo ist. Wie ihr ein befreundeter Nachbar berichtet, haben sich einige Hausbewohner_innen dahingehend geäußert, dass sie Lesben in diesem Haus nicht haben wollen.
  • Marek wird von seinen Nachbarn terrorisiert, nachdem er sich mit Hilfe eines Freundes nachts gegen Ruhestörung verwahrt hat. Danach randalieren die Gäste des Nachbarn morgens um 6.00 vor der Tür und beschimpfen ihn als "Scheiß dreckiger Schwuler". Seine Nachbarn outen ihn in der Nachbarschaft und behaupten, er würde sich an kleinen Kindern vergehen. Er wird daraufhin auch von Kindern und Jugendlichen beschimpft und feindselig behandelt.

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…mit körperlicher Gewalt

  • Jörg wird am Sonntagmorgen um 8.00 Uhr am Bahnhof bei der Verabschiedung von seinem Partner von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen und mit Tritten und Schlägen attackiert. Er erleidet eine Gehirnerschütterung, einen Schock mit Filmriss und muss in der Uniklinik auf Kiefer- und Zahnbrüche untersucht werden.
  • Im offenen Café des Sozialvereins für Lesben und Schwule Mühlheim provoziert ein angetrunkener Mann zunächst die Jugendlichen mit Sprüchen, dann mit Annäherung und Gewaltandrohungen. Der Mann greift trotz Intervention von Ehrenamtlern mit Tritten und Schlägen an. Es werden Jugendliche verletzt und es entsteht ein Sachschaden. Vorfälle wie diese häufen sich, seit das Caféfenster neu beschriftet und die Einrichtung dadurch sichtbarer ist.
  • Miriam ist an ihrer Berufsschule geoutet und kommt überwiegend gut damit zurecht. Eines Tages wird sie von drei Mitschülern nach der Schule abgepasst und verprügelt.
  • Mario, Sandro und Andres, der ein Drag-Outfit trägt, werden während des CSD am frühen Morgen beim Betreten der U-Bahn auf eine Gruppe Männer aufmerksam, die vom „Schwulenticken” redet. Kurz darauf gehen diese zum Angriff über. Die drei Männer erleiden Verletzungen und einen schweren Schock. Es gelingt ihnen schließlich die Angreifer in die Flucht zu schlagen.
  • Eva und Anne werden in der Straßenbahn von drei jungen Männern angepöbelt. Mit Hilfe von anderen Fahrgästen können sie sich erfolgreich zur Wehr setzen. Kurz darauf trifft Anne einen der Angreifer allein auf der Straße. Er beschimpft sie und traktiert sie mit schlägen, so dass sie Verletzungen davon trägt.
  • Beim Cruisen auf einem Parkplatz wird  Eberhard von vier Männern überfallen und zusammengeschlagen. Aufgrund der Kleidung und Frisuren vermutet er, dass die Täter der rechtsradikalen Szene angehören.

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…mit familiärer Gewalt

  • Seit die Eltern von Sascha wissen, dass er schwul ist, setzten sie ihn unter Druck. Sie äußern sich abwertend gegenüber seinem Schwulsein und werfen ihm vor, die Familie zu zerstören.
  • Carina nimmt Kontakt zu einer Beratungsstelle auf, weil die Eltern ihrer Freundin jeden Kontakt zu ihr und anderen Frauen unterbinden und nach der Zwangsverlobung eine Zwangsverheiratung anstreben.
  • Seit ihrem Outing als transsexuell wird die 14jährige Lea von den  Eltern als  "pervers" betitelt und misshandelt. Aussagen des Vaters sind: "So was wie du kommt mir nicht ins Haus. Du kommst hier erst wieder rein, wenn du vernünftig geworden bist!" Außerdem haben die Eltern versucht, die Tochter in die Psychiatrie einzuweisen.
  • Engin wird von Bruder und Vater mehrmals verprügelt und bedroht nachdem sie herausgefunden haben, dass er schwul ist. Ein Nachbar ruft die Polizei, die einen Einsatz bei häuslicher Gewalt durchführt und eine Gefährderansprache hält. Der Jugendliche wird vorübergehend fremd untergebracht.
  • Die Familie von Ron überschreitet alle persönlichen Schamgrenzen (Nachspionieren, Zimmertür aushängen, persönliche Notizen überprüfen, nachts aufwecken), weil sie "befürchtet", der Sohn bzw. Bruder sei schwul.
  • Renate wendet sich an eine Beratungsstelle, weil ihr 17jähriger Sohn während eines Konflikts ausgerastet ist und seine Mutter abfällig als „Lesbe“ beschimpft hat. Von seinen Tritten gegen ihre Beine trägt sie eine Vielzahl blauer Flecken davon.
  • Die Eltern von Lisa akzeptieren aufgrund ihrer christlichen Vorstellungen nicht, dass ihre Tochter  eine Liebesbeziehung zu einem Mädchen hat und lesbisch ist. Die Folge sind Beleidigungen, Beschimpfungen, Demütigungen und Drohungen.

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…mit Gewalt in der Partnerschaft

  • Rita hat bereits während der Beziehung körperliche Gewalt durch ihre Partnerin erlebt. Nach der Trennung wird sie von der Partnerin an ihrem Arbeitsplatz, einem Kiosk, gestalkt, belästigt und gewürgt, bis sie die Polizei ruft.
  • Der Partner von Marius bedroht und erpresst diesen mit Selbstmorddrohungen und macht ihn für sein fehlendes Wohlergehen verantwortlich. Er zerstört außerdem Mobiliar und Gegenstände, an denen Marius hängt.
  • In Stress- und Überforderungssituationen wird die Partnerin von Melanie beleidigend, aggressiv und ausfallend bzw. traktiert Melanie mit Boxhieben. Sie verlangt außerdem von ihrer Freundin, dass diese ihre Außenkontakte reduziert.
  • Seitdem sich Saskia (ehemals Sascha) im Zuge der Trennung gegenüber seiner Frau als transsexuell geoutet  hat, übt diese unterschiedliche Formen von  psychischem Druck auf ihn aus. Saskia berichtet von der Kontrolle ihrer Kommunikation, dem Entzug des Umgangs mit den Kindern sowie verbaler homo- und transphober Beschimpfung.
  • Bereits in der Partnerschaft gab es zwei körperliche Übergriffe durch seinen Partner. Nachdem sich Ricardo u.a. deswegen getrennt hat,  kommt es zur massiven Gewaltausübung und Stalking. Als der Ex-Freund ihm mit der Veröffentlichung von Nacktfotos am Arbeitsplatz und der Weitergabe von intimen Informationen an die Eltern droht, wendet Ricardo sich an eine Beratungsstelle.
  • Monika hat Angst davor, ihrem Mann von ihrer Liebe zu einer Frau und ihrem Trennungswunsch zu erzählen, da ihr Mann auch in anderen Situationen sehr cholerisch reagiert und als Mitglied eines Schützenvereins mehrere Waffen zu Hause hat.

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…mit sexualisierter Gewalt

  • Renée und Claudia werden auf der Straße von einem Unbekannten angepöbelt, beschimpft und massiv sexuell belästigt: "Seid ihr Lesben...Kann man euch mitnehmen...ich leck euch auch...etc."
  • Rafael, der in seiner Klasse noch nicht geoutet ist, wird auf einer Klassenfahrt von Mitschülern mit sexistischen und homophoben Sprüchen belästigt. An einem Abend wird er von zwei Mitschülern festgehalten während zwei weitere seine Hose herunterziehen, ihn filmen und dabei verhöhnen.
  • Martha, erhält von ihren Kollegen bei der Polizei eindeutige Angebote und erfährt, dass hinter ihrem Rücken Wetten abgeschlossen wurden, wer sie trotz ihrer sexuellen Orientierung ins Bett bekommt.
  • Marc wacht morgens auf seiner Couch auf und fühlt sich völlig zerschlagen. Seine letzte Erinnerung ist, dass er einer Chatbekanntschaft bei sich zu Hause einen ersten Drink zu sich genommen hat. Einzelne Bilder aus der Nacht und seine körperlichen Verletzungen lassen ihn vermuten, dass er mit K.o.-Tropfen betäubt und sexuell missbraucht wurde.
  • Ingrid wird von einem Bekannten, den sie bei sich übernachten lässt, mit den Worten bedrängt, dass sie das doch immer gewollt habe und einfach noch keinen richtigen Schwanz gehabt hätte etc… Sie kann sich befreien. Nach einem längeren Wortwechsel, während dem er sie weiter bedrängt, gelingt es Ingrid, den Bekannten aus der Wohnung zu bekommen.

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… mit Kriminalität zu Lasten von schwulen und bisexuellen Männern

  • Ünal wird von einem Mann angesprochen und nimmt diesen mit zu sich nach Hause. Nach dem einvernehmlichen Sex verlangt der Besucher Geld oder Wertgegenstände. Als Ünal sich weigert, droht ihm der Unbekannte, ein Freund von ihm sei gar nicht gut auf Schwule zu sprechen: sie wüssten ja jetzt, wo er wohne und wie er heiße. Auch würden sie herausfinden, wo seine Familie wohne und würden sie informieren. Daraufhin bezahlt Ünal nicht ohne Angst, dass die Täter jederzeit wiederkommen könnten.
  • Rolf wird beim Cruisen bestohlen, traut sich aber nicht eine Anzeige zu erstatten, weil er negative Reaktionen von Seiten der Polizei fürchtet.
  • Als Richard die Tür öffnet, stehen statt einem Mann, mit dem er sich verabredet hat, zwei Männer vor der Tür. Nach einem kurzen Wortwechsel lässt er beide ein. Bereits im Flur wird er überwältigt und mit Klebeband an einen Stuhl gefesselt. Seine beiden Besucher verlassen die Wohnung mit Schmuck, Uhren, Bargeld und dem neuen Handy.

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Comic von Ghislaine Soissong und Merit Kummer

Ghislaine Soissong (Zeichnerin) und Merit Kummer (Szenaristin) haben ihre Erfahrungen mit Diskriminierung in einem Comic festgehalten, den sie hier exklusiv veröffentlichen.