Menü Menü

Trans*Menschen

Der Begriff Trans mit Stern ist eine aus der Selbsthilfe- und politischen Trans-Bewegung stammende Selbstbezeichnung und wird hier für eine Vielzahl von Identitäten, Lebensweisen und Konzepten verwendet. Der Stern steht als Platzhalter für die unterschiedlichen Endungen wie Transsexuelle, Transgender, transidente Menschen.

Der Begriff umfasst damit zum einen Menschen, die sich einem anderen als dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig fühlen und eine Annäherung an dieses Geschlecht z.B. durch eine Vornamensänderung, die Einnahme von Hormonen oder operative Eingriffe erreichen wollen. Zum anderen sind damit auch Menschen gemeint, die sich mit ihrem Geschlecht nicht verorten lassen können oder möchten.

Da die eindeutige Einordnung in „weiblich“ oder „männlich“, verbunden mit idealtypischen Vorstellungen über Aussehen und Verhalten, zentral für die meisten Gesellschaften ist, lösen Menschen, die davon abweichen, unabhängig von ihrer Selbstdefinition starke Irritation bis Aggression aus.

Trans*Menschen sind deshalb in besonderem Maße von Diskriminierung und Gewalt betroffen, unabhängig davon ob sie lesbisch, schwul, bisexuell oder heterosexuell leben. Bei der Aggression gegenüber Trans*Menschen mischen sich homo- und transphobe Einstellungen. So wird z.B. eine Transfrau als „Schwuchtel“ oder „Tunte“ beschimpft oder einer Lesbe wird nachgesagt, dass sie ja gar keine richtige Frau sei.
 

Trans*Menschen sind in vielen Lebensbereichen und Lebensphasen von Diskriminierung und Gewalt betroffen:

  • Trans*Kinder und -Jugendlich sind, wenn sie sich abweichend von dem äußeren Bild des typischen Jungen oder Mädchen verhalten, oft schon früh psychischer und verbaler Diskriminierung oder Gewalt durch erwachsene Bezugspersonen oder Gleichaltrige ausgesetzt.
  • Menschen, die sich am Arbeitsplatz als transsexuell „outen“, sind in hohem Maß von psychischer und verbaler Gewalt sowie Diskriminierung betroffen. Viele Transsexuelle kündigen deshalb vor geschlechtsangleichenden Maßnahmen ihren Arbeitsplatz selbst.
  • In der Öffentlichkeit und in der Nachbarschaft sind Trans*Menschen in besonderer Weise von Bemerkungen und Beschimpfungen, Drohungen und körperlicher Gewalt betroffen.
  • Die Regelungen des Transsexuellengesetzes wie z. B. der Zwang vor einer Geschlechtsangleichung zwei psychiatrische Gutachten einzuholen, werden von vielen transsexuellen Menschen als strukturelle Diskriminierung erlebt. Andere Regelungen wie z.B. zur Änderung des Vornamens, führen zu diskriminierenden Situationen, weil die Betroffenen über einen langen Zeitraum Papiere benutzen müssen, die nicht dem nach außen repräsentierten Geschlecht entsprechen.

     
  • Was ist Diskriminierung und Gewalt?
  • Situationen und Erfahrungen
  • Zahlen & Fakten