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...Einstellungen in der Bevölkerung

In einer repräsentativen Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes wurden die Einstellungen in der Bevölkerung zu den sechs Diskriminierungsmerkmalen abgefragt. Zu Homosexualität gab es gleichermaßen ablehnende wie „wohlwollende“ Aussagen:


Einstellungen zu Homosexualität: ablehnende Aussagen

  • 61 % der Befragten stimmen der Aussage zu  „Mit dem Thema Homosexualität möchte ich möglichst wenig in Berührung kommen“
  • 46 % der Befragten bejahen die Aussage „Wenn zwei Homosexuelle sich in aller Öffentlichkeit küssen, fühle ich mich provoziert“
  • 67 % der Befragten finden „Homosexuelle brauchen keinen besonderen gesetzlichen Schutz“


Einstellungen zu Homosexualität: wohlwollende Aussagen

  • 54 % der Befragten finden „Schwule oder lesbische Paare mit Kindern sollten als ganz normale Familien anerkannt werden“
  • 52 % der Befragten stimmen der Aussage zu  „Ich bin für die Gleichberechtigung homosexueller Lebensweisen in unserer Gesellschaft“
  • 54 % der Befragten sind der Meinung  „Wenn man nicht gerade ein Prominenter ist, ist es schwer sich zu seiner Homosexualität zu bekennen“

 
Forschungsprojekt: Diskriminierung im Alltag

Wahrnehmung von Diskriminierung und Antidiskriminierungspolitik in unserer Gesellschaft.
pdf zum Download

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…Einstellungen unter Jugendlichen

In einer Umfrage von iconKids & youth wurden 1998 und 2002 die Einstellungen von Jugendlichen zu Lesben und Schwulen abgefragt.

Die Ergebnisse:

  • 71 % der Jungen und 51 % der Mädchen finden Lesben und Schwule überhaupt nicht gut.  
  • Im Jahr 1998 waren es noch 41% der Jungen und 28 % der Mädchen.
  • Insgesamt: 61 % der Jugendlichen finden Lesben und Schwule überhaupt nicht gut, gegenüber 34,5 % in 1998.

Bezugsquelle: Studien zu bestellen unter www.iconkids.com

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…Erfahrungen von Lesben und Schwulen

In einer Befragung der Landeshauptstadt München aus dem Jahr 2003 wurden  Lesben und Schwule gleichermaßen zu Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen befragt:

  • ca. 60% der Lesben und Schwulen haben Beschimpfungen erlebt.
  • 40% der Lesben und Schwulen waren psychischem Druck, Bedrohung und Einschüchterung ausgesetzt
  • 12 % der Lesben und 21% der Schwulen waren körperlicher Gewalt ausgesetzt
  • 15% der Lesben und Schwulen hatten negative Erfahrungen mit Kolleg_innen und 21% mit Arbeitgebern, wenn die Homosexualität bekannt wurde
  • 21 % der Lesben und 14% der Schwulen haben sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt
  • 35% der Lesben und Schwulen wurden in den Familien benachteiligt oder abgelehnt

 
Unterm Regenbogen. Lesben und Schwule in München:

Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen der Landeshauptstadt München (2004)
Kurzfassung als pdf

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…Gewalterfahrungen von bisexuellen und schwulen Jugendlichen und Männern

Eine Onlinebefragung des schwulen Anti-Gewaltprojektes Maneo 2006/ 2007 unter knapp 24.000 bisexuellen und schwulen Jugendlichen und Männern ergab, dass

  • 35% der Befragten in den letzten 12 Monaten Gewalterfahrungen gemacht hatten
  • 63% der jungen Schwulen und bisexuellen Männern unter 18 Jahren in den letzten 12  Monaten Gewalterfahrungen gemacht hatten
  • 77% der Erfahrungen bei Mehrfachnennung den Bereich Beleidigung, Nötigung und Bedrohung betrafen
  • 15% den Bereich körperliche Angriffe, 6 % davon mit Verletzungsfolgen betrafen
  • knapp 90 %der Opfer keine Anzeige erstattet hatten

 
Gewalterfahrungen von schwulen und bisexuellen Jugendlichen und Männern in Deutschland

Maneo-Umfrage 1: 2006/2007
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…Erfahrungen von bisexuellen und schwulen Schülern

Im Rahmen der zweiten Onlinebefragung von Maneo wurden die Erfahrungen von bisexuellen und schwulen Schülern (N=993) ausgewertet. 


Die Studie kommt zu dem Schluss, dass schwule und bisexuelle Jugendliche und hier insbesondere Schüler allgemeinbildender Schulen in deutlich höherem Maße von Diskriminierung und Gewalt betroffen sind als der Durchschnitt der Befragten:

  • 17% der befragten bisexuellen und schwulen Schüler hatten in den letzten 12 Monaten körperliche und 43 % psychische und verbale Übergriffe erlebt.
  • Insgesamt lag der Anteil der Schüler mit  Gewalterfahrungen bei 61 % im Vergleich zu 51 % bei den Nicht-Schülern bis 25 Jahre (41 % alle Befragten).
  • 33% der Gewalterfahrungen fanden in der Schule, 27 % auf der Straße statt.
  • 2% der Täter (bei den Schülern) hatte einen rechtsradikalen Hintergrund,   70 % waren deutscher Herkunft.

 
Deutlich sind die häufig fehlenden Reaktionen in der Schule:

  • nur in 28 % der Schulen wurde Spott etc. unterbunden,
  • 47% der Befragten konnte auf Unterstützung durch Lehrer_innen,  46 % auf die von Mitschüler_innen zählen.
  • 57% der befragten Schüler kommen deshalb zu dem Schluss, dass es besser ist, sich nicht an der Schule zu outen!

 
Lippl, Bodo (2008): Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück. Hasskriminalität gegenüber bisexuellen und schwulen Jugendlichen im Coming-out in: Impuls.

Die MANEO-Fachzeitschrift zu Homophobie und Hate-Crime 02/Dez 2008, 16-20.
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...Diskriminierungserfahrungen am Arbeitsplatz

In der Online-Studie „Out im Office“ wurden 673 Lesben und 1575  Schwule aus Deutschland zu ihren Erfahrungen am Arbeitsplatz befragt.

Ergebnisse:

  • 52% der Befragten gehen am Arbeitsplatz verschlossen mit ihrer sexuellen Identität um
  • Weniger als ein Viertel der Befragten hat keine Diskriminierungserfahrungen gemacht
  • 10% der Befragten sind als hoch diskriminiert zu bezeichnen
  • es gibt nur geringfügige Unterschiede in den Erfahrungen von Lesben und Schwulen

Frohn, Dominic (2007): Out im Office. Sexuelle Identität, (Anti-)Diskriminierung und Diversity am Arbeitsplatz. Alltagswelten – Expertenwelten Band 13/www.schwules-netzwerk.de

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...Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen von Trans*Menschen

Im Deutschland gibt es bisher keine Studien zu Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen von Trans*Menschen.


Eine umfangreiche Expertise der Antidiskriminierungsstelle des Bundes wertet alle internationalen Studien zu Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen von Trans*Menschen aus.

Die Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit in NRW hat eine Problembeschreibung in Auftrag gegeben, bei der ebenfalls internationale Studien ausgewertet werden.

Im Ergebnis ist davon auszugehen, dass Trans*Menschen in erheblichem Ausmaß von Diskriminierung und Gewalt am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit, in der Nachbarschaft und in der Familie betroffen sind.

Antidiskriminierungsstelle des Bundes (Hg.) (2010): Benachteiligung von Trans*Personen, insbesondere im Arbeitsleben

Kummer, Merit (2011): Problembeschreibung Transphobie. Über Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen, Auswirkungen und Bewältigungsstrategien

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