Aktuelles

Hetzzettel in Bermudadreieck und Altstadt verteilt
Anti-Gewalt-Hotline während der Gay Games: 0179 4234179

„Homosexualität war ist und bleibt abscheulich – Du Schwein!“ „Homosexuelle sind auch pädophil, Knabenschänder und treiben es auch mit Tieren…“ steht handgeschrieben auf zwei Zetteln, die ein Unbekannter vervielfältigt und wahrscheinlich in der Nacht vom 28. auf den 29. Juli in eine bisher unbekannte Anzahl von Briefkästen im Umfeld des Rudolfplatzes und der Altstadt geworfen hat. Dort hat die Botschaft schwule Männer und deren heterosexuelle Nachbarn erreicht. „Obwohl ich weiß, dass ich nicht persönlich gemeint bin, löst ein solcher Zettel natürlich etwas aus, wenn man selbst schwul ist“ meint einer der Betroffenen, der sich an das RUBICON Beratungszentrum gewandt hat.

Dass die nächtliche Aktion so kurz vor den Gay Games stattfand, kann Zufall sein oder auch nicht. „Wo Homosexualität sehr offen gelebt wird, kommt es auch immer wieder zu aggressiven Reaktionen und Übergriffen“, berichtet Almut Dietrich von der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule.

Das Schwule Überfalltelefon 19228 in Köln und das RUBICON Beratungszentrum in Köln haben sich deshalb im Rahmen der Gay Games entschieden, gemeinsam eine Hotline anzubieten. Hier können verbale und körperliche Angriffe aber auch andere Straftaten wie Diebstahl oder Raub, die im Umfeld der Gay Games oder an Szeneorten verübt wurden, gemeldet werden. Beratungsgespräche werden in Deutsch, Englisch und Französisch angeboten, bei Bedarf werden Übersetzungen in spanisch und russisch organisiert.

Die beiden Einrichtungen verstehen ihr Angebot als präventiv. „Natürlich wünschen wir uns, dass möglichst wenig passiert und die Besucher_innen aus aller Welt Köln von seiner besten Seite erleben“, so Knut Wittmann, ehrenamtlicher Berater beim Schwulen Überfalltelefon.

Die Hotline ist in der Woche vom 2. bis 6. August täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr unter Tel. 0179 4234179 zu erreichen.

Organisation:
Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW

Kölner Kampagne K.o.cktail? Unsichtbare Drogen im Glas

Neues Onlineangebot: www.ko-tropfen-koeln.de

K.o.-Tropfen (Knock-out – engl. für „jemanden außer Gefecht setzen“) werden unbemerkt verabreicht, um einen anderen Menschen in einen willen- und hilflosen Zustand zu versetzen.

Sie kommen an unterschiedlichen Orten zum Einsatz: sowohl auf Partys und in Diskos als auch im privaten Rahmen oder am Arbeitsplatz.
Neben Mädchen und Frauen aller Altersgruppen, werden auch schwule Jugendliche und Männer Opfer von Raub- oder Sexualdelikten unter Verwendung von K.o.-Tropfen.

Ein neues Onlineangebot, eine Postkarte, ein Informationsflyer und ein Plakat machen seit April 2010 in Köln auf die Gefahren durch K.o.-Tropfen aufmerksam, zeigen auf, wie man sich dagegen schützen kann und informieren über Hilfsmöglichkeiten, wenn es passiert ist.

Träger der Informationskampagne ist der Kölner Arbeitskreis K.o.-Tropfen, ein Zusammenschluss unterschiedlicher Institutionen. Die Landeskoordination Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW hat dort fachlich für die Anlaufstellen Schwules Überfalltelefon und RUBICON den Aspekt schwule Männer als Opfer von K.o.-Tropfen vertreten.

Materialien zum Download oder zum Bestellen bei der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW: kontakt@vielfalt-statt-gewalt.de

www.ko-tropfen-koeln.de
Hilfe für lesbische und schwule Opfer von Gewalt in NRW